..."Dabei folgt sie nicht so sehr dem spezifisch deutschen, füllig weichen Klarinettenklang, sonder verfügt über einen schlanken, gut strukturierten, vor allem in der Mittellage schön gefestigten Ton bei großer dynamischer Bandbreite. Dies sorgte für viel Lebendigkeit und Frische bei Schumann und bei Brahms darüber hinaus über ein klares Zeichnen der Konturen. Ganz im Zeichen französischer Musik stand der zweite Teil des Abends. Französische Klarinetten klingen anders als Deutsche, schlanker und heller. Und die Musik lebt weniger von dunkler Gefühligkeit als von geschliffener tänzerischer Eleganz. Elisabeth Seitenberger war dabei ganz in ihrem Element. Die Klarinettensonate von Camille Saint-Saens präsentierte sie mit der nötigen Mischung aus schwungvoller Spielfreude und feiner Poesie. Claude Debussy schrieb seine erste Rhapsodie als Wettbewerbsstück für das Pariser Konservatorium. Das Stück stellt daher höchste Anforderungen an Technik und Gestaltungsfähigkeit. Elisabeth Seitenberger lieferte eine mitreißende Aufführung,  zeigte große Virtuosität und eine fließende, federnde Flexibilität. Ebenso wie im Andante und Allegro von Ernest Chausson, ebenfalls einem Wettbewerbsstück, das von der Klarinettistin auch mit viel Geläufigkeit und Verve gespielt wurde."...


--Uwe Engel - Die Rheinpfalz vom 16.10.2006--


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